08. Januar 2020 Verleihung des Ehrenamtspreises

  • Ehrenamtspreisträger 2020 in der Rubrik Einzelperson ist Herbert Fleu, der Verein Hêvî e.V. wird als Gruppe ausgezeichnet.
  • Vorstandsvorsitzende des Initiative Aachen e.V. Dr. Dr. Simone Pfeiffer-Bohnenkamp spricht für die Vereine.
  • Die Streicher des Carbon Quartetts der RWTH präsentiert feinste Musik auf Carboninstrumenten.

Verleihung des Ehrenamtspreises der Stadt Aachen 2020

Oberbürgermeister Marcel Philipp verbindet traditionell den Neujahrsempfang für die Aachener Vereine im Krönungssaal des Aachener Rathauses mit der Verleihung des Ehrenamtspreises der Stadt. Dieser Rahmen ist seit einigen Jahren gewählt, damit die Bedeutung des für unsere Gesellschaft so wichtigen ehrenamtlichen Engagement nachhaltig unterstrichen und das oft jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement der Aktiven auch die gebührende Aufmerksamkeit erfährt. Zugleich soll mit der Verleihung des Ehrenamtspreises auch die Arbeit der vielen ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger noch mehr in das Bewusstsein der Menschen unserer Stadt gebracht und als Beispiel gesetzt werden.

Seit 2012 zeichnet die Stadt Aachen jeweils zu Jahresbeginn eine Einzelperson und eine Personengruppe für ihr ehrenamtliches Wirken aus. Die Preisverleihung fand in diesem Jahr am Dienstag, 7. Januar, statt. Ausgezeichnet wurden in der Rubrik Einzelperson der zweite Vorsitzende und Geschäftsführer des NABU Stadtverbands Aachen, Herbert Fleu, und bei der Personengruppe der Verein Hêvî e.V..

Oberbürgermeister lobt das ehrenamtliche Engagement
„Sie alle tragen mit Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in den Vereinen zum Zusammenhalt in unserer Stadt bei. Dass der Zusammenhalt funktioniert, hat sich auch im letzten Jahr wieder gezeigt“, so Philipp. Er wies darauf hin, dass ohne das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger viele Dinge in unserer Stadt einfach nicht umgesetzt werden könnten.

Dr. Dr.Simone Pfeiffer-Bohnenkamp entgegnet für die Vereine
Dr. Dr. Simone Pfeiffer-Bohnenkamp dankte zunächst dem Oberbürgermeister für die Einladung und für seine wertschätzende Worte: „Ihre Bestätigung, dass viele Dinge in der Stadt ohne das Ehrenamt nicht gemacht würden, tut gut.“ Pfeiffer-Bohnenkamp zieht den Vergleich zu den 1920er Jahren, die mit großen Umbrüchen verbunden werden. Auch die heutige Zeit sei eine Zeit des Umbruchs mit großen gesellschaftlichen Veränderungen wie Klimawandel, Digitalisierung und Migration. Diese stellen auch Vereine vor neue Herausforderungen, bergen aber vor allem auch Chancen. Die zunehmende Digitalisierung verändere nicht nur die Kommunikation der Vereine nach außen rasant, sondern ließe auch neue Aufgabenfelder entstehen, in denen insbesondere jüngere Menschen Kompetenzen und Interessen aufwiesen. Sie freue sich, dass die Jugend aktiv und bereit ist, sich zu engagieren.

„Und dennoch: eine zunehmend digital-basierte Vereinswelt ersetzt nicht den persönlichen Dialog, den Austausch untereinander und den Austausch zwischen Bürgerschaft, Politik und Verwaltung“, so Pfeiffer-Bohnenkamp. Wichtig sei eine etablierte Dialogstruktur, um Ideen und Vorschläge von Bürgern und Vereinen frühzeitig mit Politik und Verwaltung zu diskutieren – zum Beispiel in einem Stadtentwicklungs- oder Kulturbeirat. Könnte es einen solchen nicht zukünftig als beratendes Gremiun geben?
Sie forderte auf, den Mut zu haben, den Zeiten des Umbruchs erfordern. „Mit einer transparenten, demokratischen und kontinuierlichen Dialogkultur von Verwaltung und Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Bürgerschaft kann es gemeinsam gelingen, die richtigen Wege für Aachen herauszuarbeiten und solidarisch einzuschlagen. Die Aachener Vereine werden ihren Beitrag dazu leisten. Auf das es die goldenen Zwanziger Jahre für Aachen werden.“

Laudatio des Oberbürgermeisters auf die Ehrenamtspreisträger
In seiner Laudatio auf Herbert Fleu sagte Philipp: „Wenn man über Naturschutz in Aachen spricht, kommt man an Ihnen nicht vorbei! Das Bewusstsein für Wichtigkeit der Erhaltung von Lebensräumen und Arten, für den Wert einer intakten Natur und ein Blick für die Notwendigkeit eines rücksichtsvollen und schonenden Umgangs mit ihr gelangt gerade in letzter Zeit zunehmend in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit. Darauf haben Sie, lieber Herr Fleu, schon seit den 80er Jahren hingewiesen.“ Der NABU ist der älteste und mitgliederstärkste Naturschutzverband Deutschlands. Gegründet 1899, zunächst als Deutscher Bund für Vogelschutz, setzt er sich seit nun schon über 100 Jahren erfolgreich für die Belange der Natur und für den Umweltschutz ein. Der Stadtverband in Aachen wurde 1988 gegründet und macht sich seitdem für den Naturschutz im Aachener Stadtgebiet stark. Der Stadtverband wuchs von 160 Mitgliedern im Gründungsjahr auf heute über 3.300 Mitglieder. Für seine überaus erfolgreiche Mitgliederwerbung wurde der Stadtverband Aachen denn auch in den letzten vier Jahren in Folge verbandsintern ausgezeichnet. Als zweiter Vorsitzender und Geschäftsführer hatte Fleu hieran maßgeblichen Anteil.

„Hêvî“ bedeutet „Hoffnung“ – dieser Name trifft das, was in diesem Verein alltäglich geleistet wird, in ganz besonderer Weise. Wir alle brauchen letztlich die Hoffnung darauf, dass sich Lebensumstände verbessern und Ziele verwirklichen lassen“, leitete Philipp die Laudatio auf den Verein Hêvî e.V. ein. Der im Sommer 2009 von Studenten und Schülern im Kurdischen Volkshaus Aachen gegründete Verein setzt sich dafür ein, dass alle Kinder die gleichen Chancen zur freien Entfaltung innerhalb der Gesellschaft haben, unabhängig von ihrem sozialen oder kulturellen Hintergrund. Hêvî unterstützt Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien häufig mit Migrationshintergrund in ihrer schulischen und persönlichen Entwicklung, und fördert die Integration. „Die jungen Menschen, die sich bei Hêvî engagieren, haben ein Hilfsangebot auf die Beine gestellt, das sich sowohl mit seinen Zielen als auch mit deren nachhaltiger und umsichtiger Verwirklichung sehen lassen kann. Gerade in einem Lebensabschnitt, in dem auch die eigene Ausbildung, Lebensorientierung und Berufswahl im Vordergrund stehen müssen, haben diese jungen Leute ihre Aufmerksamkeit und Empathie auf Kinder gerichtet, die Unterstützung benötigten um die eigenen Potentiale erkennen und ausschöpfen zu können“ lobt Philipp das Engagement.

Bei der Überreichung der Urkunden wies Philipp noch einmal darauf hin, dass die mit dem Ehrenamtspreis 2020 Ausgezeichneten „auch stellvertretend für all die vielen ehrenamtlich engagierten Menschen in unserer Stadt hier sind!“

Die Streicher des Carbon Quartetts gestalteten den musikalischen Rahmen
Unter dem Motto Innovation trifft Kulturgut steht dem Orchester des Collegium Musicum der RWTH seit Mai 2018 ein Streichquartett aus Carboninstrumenten zur Verfügung. Auf diese einzigartige Weise wird eine Verknüpfung zwischen Forschung und Innovation mit Musikkultur in Aachen geschaffen. Das Streichquartett begeisterte unter anderem mit Werken von Georg Friedrich Händel und Henry Mancini.

Herausgegeben am 08.01.2020 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Presse und Marketing
Bernd Büttgens
Markt 39
52062 Aachen
fon: 0241/432-1309
fax: 0241/28-121
mail: presse.marketing@mail.aachen.de

© 2020 Sozialwerk Aachener Christen